Triathlon-Schwimmen: Dein Guide für einen entspannten Start ins Freiwasser
Der Startschuss fällt, das Wasser schäumt und das Adrenalin pumpt: Das Schwimmen ist für viele Triathleten die größte mentale Herausforderung. Doch keine Sorge! Mit der richtigen Vorbereitung und Technik wird die erste Disziplin zur soliden Basis für dein restliches Rennen.
In diesem Guide erfährst du alles, was du über das Schwimmtraining und den Wettkampf wissen musst.
Warum Kraulen die beste Wahl istTechnik-Tipps für das Freiwasser
- Orientierung (Sighting)
- Wasserschatten (Drafting)
- Ruhige Atmung
Die Herausforderung: Kaltes Wasser
- Akklimatisierung
- Box-Breathing
- Der Trick am Wettkampftag
Die richtige Ausrüstung
- Neoprenanzug
- Schwimmbrille
- Badekappe
- Zubehör
Profi-Tipp: Der Wechsel
Trainingstipps: Vom Becken in den See
Schlusswort
1. Warum Kraulen die beste Wahl ist ?
Obwohl Brustschwimmen am Anfang einfacher scheint, ist Kraulen im Triathlon der Standard.
- Beine sparen: Deine Beine liefern beim Kraulen nur wenig Vortrieb – das ist perfekt, denn du brauchst sie später noch für das Radfahren und Laufen.
- Effizienz: Du bist schneller und liegst stabiler im Wasser.
- Sighting: Wer krault, kann beim Atmen oder durch kurzes Kopfheben (den „Krokodilblick“) viel besser navigieren.
2. Technik-Tipps für das Freiwasser
Im See gibt es keine schwarzen Linien am Boden. Deshalb musst du dein Schwimmtraining anpassen:
Orientierung (Sighting): Hebe alle 6–10 Züge kurz den Kopf, um eine Boje zu fixieren.
Wasserschatten (Drafting): Wenn du direkt hinter jemandem schwimmst, sparst du bis zu 20 % Energie. Aber Vorsicht: Vertraue nicht blind dem Vordermann – er könnte sich verschwimmen!
Ruhige Atmung: Atme im Training bilateral (alle 3 Züge). Das hilft dir im Wettkampf, falls Wellen von einer Seite kommen.
3. Die Herausforderung: Kaltes Wasser
Wassertemperaturen unter 18 °C können einen Kälteschock auslösen.dein Puls schießt hoch, die Atmung wird hektisch.
Ausrüstung: Ein Neoprenanzug ist bei kalten Temperaturen oft Pflicht. Er gibt dir zusätzlich Auftrieb, was besonders Anfängern Sicherheit schenkt.
Akklimatisierung: 2–3 Wochen vorher, 30 Sekunden kalte Dusche, Steigerung bis auf 3 Minuten.
Freiwassertraining: Gehe regelmäßig schwimmen (nie alleine!)
Der Trick: Spritze dir vor dem Start kaltes Wasser in den Nacken und ins Gesicht. Das bereitet das Nervensystem vor.
Box-Breathing: Atme kontrolliert (4 Sek. ein, 4 Sek. halten, 4 Sek. aus), um dein Nervensystem zu beruhigen.
4. Die richtige Ausrüstung: Mehr als nur ein Badeanzug
- Die richtige Ausrüstung schützt dich vor Kälte und verbessert deine Zeit:
- Neoprenanzug: Bei Wassertemperaturen unter 20–24 °C (je nach Regelwerk) erlaubt. Er gibt massiven Auftrieb und Wärme. Wichtig: Nutze einen Triathlon-Neo, keinen Surfanzug, da dieser an den Schultern zu steif ist.
- Schwimmbrille: Nutze im Freiwasser getönte Gläser bei Sonne und klare Gläser bei Bewölkung. Ein breites Sichtfeld hilft bei der Orientierung.
- Badekappe: Im Wettkampf wird sie oft gestellt. Bei kaltem Wasser (unter 16 °C) kannst du zwei Silikonkappen übereinander oder eine Neoprenhaube tragen.
- Zubehör: Ohrenstöpsel helfen bei Kaltwasser-Problemen, Vaseline im Nacken verhindert Scheuerstellen durch den Neoprenanzug.
5. Profi-Tipp: Der Wechsel
Das Schwimmen endet nicht an der Wasserlinie! Übe im Schwimmtraining auch den Ausstieg:
Die letzten 50 Meter den Beinschlag erhöhen (um das Blut in die Beine zu pumpen).
Beim Laufen zur Wechselzone bereits die Brille hochschieben und den Reißverschluss des Neoprens öffnen.
6. Trainingstipps: Vom Becken in den See
Bevor du in den See springst, solltest du deine Technik im Schwimmbad festigen.
- Technik vor Ausdauer: Arbeite an deinem Armzug. Ein effizienter Zug spart mehr Zeit als blindes Krafttraining.
- Hilfsmittel nutzen: Der Pull Buoy simuliert den Auftrieb des Neoprenanzugs und hilft dir, dich voll auf die Armarbeit zu konzentrieren.
- Wechseltraining: Übe gelegentlich, nach dem Schwimmen sofort ein paar Schritte zu laufen. Das simuliert den Weg vom Wasser in die Wechselzone und gewöhnt deinen Kreislauf an die aufrechte Position.
Schlusswort
Schwimmen im Triathlon gewinnt man nicht durch pure Geschwindigkeit, sondern durch Effizienz und Ruhe. Wenn du deine Beine schonst, dich regelmäßig orientierst und dich an das Freiwasser gewöhnst, wirst du mit einem Lächeln aus dem Wasser steigen und bereit für das Rad sein.
Interesse an mehr Tipps?
Du steckst mitten im Schwimmtraining und möchtest deine Technik verbessern? Schau dir meine anderen Artikel zum Thema Schwimmlernen an oder kontaktiere mich direkt über Meinschwimmtrainer!
Was ist deine größte Sorge beim Schwimmen? Schreib es mir in die Kommentare!
Quellen & Weiterführende Links:
- Deutsche Triathlon Union (DTU) – Regelwerk zu Neopren-Temperaturen
- World Triathlon – Sicherheit im Freiwasser
- Expertentipps von Ryzon & Swim-Coaches